Heidelberg, 24. Juli 2025. Wir freuen uns, unsere neueste Vergleichsstudie anzukündigen, die diesen Monat in Nature Scientific Reports veröffentlicht wurde und zwei führende Modelle von Extended-Depth-of-Focus-(EDoF-)Intraokularlinsen untersucht: die Clareon Vivity und die Tecnis PureSee.
- Niknahad, A., Wu, Z., Son, HS. et al. Evaluation of Clareon Vivity and PureSee intraocular lenses: optical quality, depth of focus and misalignment effects. Sci Rep 15, 26943 (2025).
Warum ist EDoF wichtig?
Die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit liegt bei etwa 7,2 Stunden, im weltweiten Durchschnitt bei 6,7 Stunden pro Tag. Beim Blick auf einen Computer haben wir typischerweise einen Betrachtungsabstand von 54 cm bis 62 cm. Zum Vergleich: Nicht-presbyope Menschen betrachten ihr Smartphone in einem durchschnittlichen Abstand von 35 cm, Presbyope in 39 cm. Doch nicht nur das Betrachten von Bildschirmen – auch andere Tätigkeiten wie Einkaufen, Unterhalten, Essen und das Bedienen des Armaturenbretts im Auto hängen von einer angemessenen Sehschärfe (VA) in Abständen zwischen 50 cm und 100 cm ab, die wir als Intermediärsehen bezeichnen. Angesichts der Bedeutung des Intermediärsehens im Alltag ist es für Menschen, die sich einer Kataraktoperation oder einem refraktiven Linsenaustausch unterziehen, entscheidend geworden, IOLs zu erhalten, die brillenfreies Sehen in diesen Abständen ermöglichen. EDoF-IOLs verbessern das Sehen im Intermediärbereich deutlich.
Unser Vorgehen.

Alcon Clareon Vivity
Wir haben die optische Qualität der Alcon Clareon Vivity und der Tecnis PureSee von Johnson & Johnson mit dem Messgerät unseres Labors gründlich untersucht. Die beiden Materialien, Clareon und Tecnis, sind chemisch unterschiedlich und besitzen jeweils eigene chemische und physikalische Eigenschaften. Jedes Linsenmodell weist zudem ein eigenes optisches Design auf, das zusammen mit dem Material die Sehergebnisse beeinflussen kann.

Tecnis PureSee™ von Johnson & Johnson
Wir haben die Modulationsübertragungsfunktion (MTF) gemessen und dabei die USAF-1951-Auflösungstesttafel bei Blenden von 3,0 mm und 4,5 mm aufgezeichnet. Außerdem haben wir systematisch die Toleranz der Linsen gegenüber einer Dezentrierung von 0,50 mm und einer Verkippung von 5° gemessen und mögliche unerwünschte visuelle Effekte anhand ihrer Lichtverteilung bei einer 4,5-mm-Blende analysiert, insbesondere außerhalb des Zentrums einer polychromatischen Punktbildfunktion.
Was haben wir herausgefunden?
Unsere Ergebnisse zeigen, dass beide Linsenmodelle eine vergleichbare optische Qualität für das Intermediär- und Fernsehen liefern. Die prognostizierten Sehschärfen für Vivity und PureSee betrugen jeweils −0,04 logMAR gegenüber −0,05 logMAR bei 0 Dioptrien und 0,05 gegenüber 0,07 logMAR bei −1,50 Dioptrien Defokus. Wichtig ist, dass eine Vergrößerung der Pupille die optische Qualität beider Linsen verringerte. Während die Dezentrierung die optische Qualität beeinflusste, war der Effekt der Linsenverkippung minimal. Beide Linsen erzeugten in ähnlicher Weise nur wenige unerwünschte Nebeneffekte, sichtbar gemacht durch ein Halo-Muster.

Diagramme der simulierten Sehschärfe (simVA) für die beiden Linsenmodelle.
Fazit.
Diese überzeugenden Ergebnisse legen nahe, dass sowohl die Clareon Vivity als auch die Tecnis PureSee ausgezeichnete Optionen für Patienten sind, die EDoF-Linsen in Betracht ziehen. Künftige klinische Studien werden tiefere Einblicke in ihre Langzeitleistung und mögliche Nebeneffekte liefern und so den Weg zu besseren Behandlungsergebnissen in der Sehkorrektur ebnen.
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Hier ist der Link zum Herunterladen des vollständigen Papers:


Sicherheit beim IOL-Austausch