Irisrekonstruktion mit maßgefertigter künstlicher Iris: Pupillenzentrierung und Farbabstimmung
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Heidelberg, 18. August 2020. Die Aniridie ist definiert durch das vollständige oder teilweise Fehlen der Iris. Sie kann angeboren oder durch eine penetrierende Verletzung verursacht sein. Wir freuen uns, Ihnen von einer weiteren Publikation über unsere Arbeit zur Irisrekonstruktion mit einer maßgefertigten künstlichen Irisprothese zu berichten – diesmal über das ästhetische Ergebnis des Eingriffs.
Die Einführung dieser Technik in Heidelberg

Dr. Christian S. Mayer, der leitende Netzhautchirurg der Augenklinik des Universitätsklinikums Heidelberg, führte die Technik der Irisrekonstruktion in unsere Gruppe ein, insbesondere die Verwendung einer künstlichen Irisprothese (AI). Der Eingriff ist keine Routineoperation, und jeder Fall erfordert eine erweiterte Untersuchung mit einer gründlichen, individuellen präoperativen Planung. Seit 2010 hat Dr. Mayer über 120 AI-Implantationen in Augen mit unterschiedlichen Zuständen durchgeführt, darunter angeborene und traumatische totale oder partielle Aniridie. Er hat mehrere Arbeiten zu diesem Thema in angesehenen Zeitschriften veröffentlicht.
Seit 2017 ist die Augenklinik der Universität Heidelberg als Überweisungszentrum für diese Technik zertifiziert.
Was wir getan haben
In dieser Studie bewerteten wir das ästhetische Ergebnis von Patienten, die mit einer maßgefertigten künstlichen Irisprothese (HumanOptics, Erlangen, Deutschland) behandelt wurden. Eingeschlossen wurden Patienten mit traumatischer partieller oder totaler Aniridie. Prä- und postoperative Fotos wurden subjektiv und objektiv ausgewertet. Die subjektive Bewertung erfolgte anhand von Fragebögen; die objektive Bewertung umfasste die Messung der Pupillenzentrierung und die Analyse der Irisfarbe.
Die künstliche Iris
Die von uns verwendete künstliche Iris (AI) war die ArtificialIris®, hergestellt von HumanOptics, Erlangen, Deutschland. Die CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne) wurde der ArtificialIris 2011 erteilt, und 2018 wurde sie von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zugelassen.

Sie ist für die Implantation im hinteren Segment aphaker und pseudophaker Augen konzipiert. Die AI kann allein oder in Kombination mit einer IOL implantiert werden. Sie hat einen Gesamtdurchmesser von 12,8 mm mit einer festen Pupillengröße von 3,35 mm. Ihre Dicke nimmt vom Pupillenrand (0,4 mm) zur Peripherie (0,25 mm) hin ab. Die AI besteht aus einem biokompatiblen Silikonmaterial mit einer schwarzen, optisch undurchlässigen Rückseite und einer farbigen Vorderseite. Diese Vorderseite ist eine handgemalte Reproduktion der Iris des Patienten, erstellt anhand eines Fotos des verbliebenen Irisgewebes (RI) und der Iris des Partnerauges.
Von beiden Augen muss ein hochauflösendes Foto angefertigt werden, das dann an den Hersteller gesandt wird, damit das Implantat individuell handbemalt wird. Durch das Einbringen farbiger Silikonpigmente in verschiedenen Schichten erzeugt der Hersteller eine dreidimensionale Kunststoffoberfläche, die der natürlichen Irisoberfläche mit ihren Krypten ähnelt und ein natürliches Aussehen mit minimierten Lichtreflexen bietet.
Unsere Ergebnisse
- Patienten, Augenärzte und Laien bewerteten das ästhetische Gesamtergebnis als gut.
- Die mittlere Dezentrierung der künstlichen Iris betrug 0,35 ± 0,24 mm, und eine bessere Pupillenzentrierung korrelierte mit einer höheren Gesamtbewertung der ästhetischen Zufriedenheit.
- Die künstliche Iris war im Durchschnitt 4,65 ± 10 Farbtonpunkte heller als die verbliebene Iris und die Iris des Partnerauges.

Künstliche Iris im Vergleich zum verbliebenen Irisgewebe. Prä- und postoperative Nahaufnahmen mit ausgezeichneter Pupillenzentrierung und Farbabstimmung zwischen der künstlichen Irisprothese und dem verbliebenen Irisgewebe.
Fazit
Neben den zuvor von Dr. Mayer berichteten Verbesserungen funktioneller Sehparameter (z. B. in Ophthalmology: doi:10.1016/j.ophtha.2016.01.026) zeigt die vorliegende Studie, dass die Irisrekonstruktion mit derselben maßgefertigten künstlichen Irisprothese auch gute ästhetische Ergebnisse liefert. Die Pupillenzentrierung war ein Schlüsselfaktor, der mit der ästhetischen Gesamtzufriedenheit korrelierte. Obwohl die Farbe gut mit der verbliebenen Iris und der Iris des Partnerauges übereinstimmte, war die künstliche Iris im Durchschnitt etwas heller, was bei der künftigen Verwendung dieses Implantats berücksichtigt werden kann.
Unser Paper zitieren
Yildirim TM, Khoramnia R, Masyk M, Son H-S, Auffarth GU, Mayer CS (2020) Aesthetics of iris reconstruction with a custom-made artificial iris prosthesis. PLoS ONE 15(8): e0237616. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0237616
Unser Paper erhalten
https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0237616


An eine künstliche Iris genähte IOL – beeinflusst das die Optik der IOL?