EDOF-IOLs in monochromatischem und polychromatischem Licht
Beitrag von Dr. Yumi Lee.
Heidelberg, 20. Januar 2020. Die Verwendung von monochromatischem Licht bei der Beurteilung von Intraokularlinsen (IOLs) wurde in der Vergangenheit dafür kritisiert, die reale Situation nicht abzubilden. In unserer In-vitro-Studie wollten wir die Bildqualität dreier Extended-Depth-of-Focus-(EDOF-)IOL-Modelle in monochromatischem und polychromatischem Licht messen und vergleichen; dies wird in der Januar-Ausgabe des Journal of Cataract and Refractive Surgery berichtet.
Assessment of the image quality of extended depth-of-focus intraocular lens models in polychromatic light. Yumi Lee, MD, Grzegorz Łabuz, PhD, Hyeck-Soo Son, MD, Timur M. Yildirim, MD, Ramin Khoramnia, MD, FEBO, Gerd U. Auffarth, MD, PhD Journal of Cataract and Refractive Surgery: January 2020 - Volume 46 - Issue 1 - p 108–115doi: 10.1097/j.jcrs.0000000000000037
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Was wir untersucht haben
Wir nutzten ein optisches Messgerät, um Bildqualitätsmetriken diffraktiver IOLs mit chromatischer Aberrationskorrektur (J&J Symfony und Zeiss AT Lara) und einer refraktiven Linse (SIFI Mini Well) zu untersuchen. Die Modulationsübertragungsfunktion (MTF) wurde in grünem und polychromatischem Licht bei einer Blende von 2,0 mm, 3,0 mm und 4,0 mm gemessen. Die Defokustoleranz der EDOF-IOL wurde gegen eine Monofokallinse geprüft.
Unsere Ergebnisse
Wir fanden, dass die mittlere MTF der EDOF-IOL in der Ferne in polychromatischem Licht gegenüber monochromatischem Licht verringert war. Der größte Effekt fand sich bei der refraktiven Linse; im Intermediärbereich traten jedoch nur kleine Unterschiede auf.
In ihrer Defokustoleranz waren die EDOF-IOLs der Monofokal-IOL überlegen. Die diffraktive IOL hatte an 2 primären Brennpunkten höhere MTFs als die refraktive IOL; die optische Qualität der refraktiven IOL variierte bei 3,0 mm weniger mit dem Defokus. Die refraktive Linse war am anfälligsten für Änderungen der Blendengröße.
Fazit
Die diffraktive EDOF-IOL war widerstandsfähiger gegenüber chromatischen Effekten als die refraktive IOL. Die EDOF-IOLs boten eine erweiterte Through-Focus-Leistung im Vergleich zur Monofokal-IOL, doch Unterschiede im optischen Design, insbesondere die Pupillenabhängigkeit, sollten bei der Verfeinerung der IOL-Auswahl für Patienten berücksichtigt werden.
Was zuvor bekannt war
- Extended-Depth-of-Focus-(EDOF-)IOL-Modelle schaffen einen kontinuierlichen Sehbereich für Pseudophake, doch die gebotene Sehqualität kann sich angesichts der Vielfalt der Designs und Wirkprinzipien unterscheiden.
Was dieses Paper ergänzt
- Obwohl alle untersuchten EDOF-IOLs sich als defokustoleranter erwiesen als eine Standard-Monofokal-IOL, liegen die entscheidenden Unterschiede in ihrem Umgang mit chromatischen und sphärischen Aberrationseffekten, der Pupillenabhängigkeit und der optischen Qualität an einzelnen Sehpunkten.
- Diese Unterschiede können berücksichtigt werden, um die postoperativen Sehergebnisse zu optimieren.


Gründe für die Explantation von IOLs