Heidelberg, 14. September 2021. Heute wäre der 80. Geburtstag von David Joseph Apple, MD (14. September 1941 bis 18. August 2011). Er war der Gründer unseres Labors und vor allem ein Pionier der IOL-Forschung und der Augenpathologie. Er war zudem Medizinhistoriker und der Biograph von Sir Harold Ridley (1906 bis 2001), dem Erfinder der Intraokularlinse (IOL). David Apple starb am Nachmittag des 18. August 2011 in Charleston, SC.
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Ohne David Apples Arbeit wäre, so darf man sagen, Sir Harold Ridleys Stellung als Erfinder der IOL, das Datum der ersten Implantation einer IOL und die Umstände, die zur Entwicklung jener ersten Linse führten – all das verdunkelt und vergessen. Doch David tat mehr, als Ridleys Leben zu belegen und zu dokumentieren; er machte es sich zur Aufgabe, die Welt zu verbessern, die Ridleys Erfindung verändert hatte … David Apple widmete seine Laufbahn dem Studium der Intraokularlinsen und der Rettung des Rufs ihres Erfinders.
Er sagte oft, Harold Ridley habe die Welt verändert. Über David Apple können wir sagen, dass er die Welt, die Harold Ridley verändert hatte, enorm verbessert hat – _I. Howard Fine MD, 2011
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{: .pic-right}Geboren am 14. September 1941 in Alton, Illinois, als Sohn von Joseph und Margaret Bearden Apple, machte David Apple 1959 seinen Abschluss an der East Alton-Wood River High School in Wood River, Illinois. Er studierte Pre-Med an der Northwestern University und wechselte dann an das University of Illinois College of Medicine, wo er sein Praktikum und seine Facharztausbildung in Pathologie an der Louisiana State University absolvierte. 1980 schloss er seine Facharztausbildung in Augenheilkunde an der University of Iowa ab. Von 1971 bis 1975 war er Assistant und später Associate Professor of Ophthalmology unter Morton F. Goldberg, MD, an der University of Illinois Eye and Ear Infirmary und der Abraham Lincoln School of Medicine in Chicago. Seine Facharztausbildung in klinischer Augenheilkunde schloss er 1979 unter Frederick C. Blodi, MD, an der University of Iowa ab.
„Implantologie”
1980 schloss er sich der Gruppe von Dr. Randal Olson an der University of Utah in Salt Lake City an. Gemeinsam mit Dr. Olson gründete er das Center for Intraocular Lens Research in Salt Lake City. In den 1980er-Jahren begründeten er und seine Kollegen einen Ruf und einen hohen Standard für die neue Wissenschaft, die er „Implantologie” nannte – die Erforschung der Pathologie von IOL-Komplikationen. Er wurde ein weltweit anerkannter Experte für IOL-Pathologie, Kataraktchirurgie, die Implantation von Intraokularlinsen (IOL) und refraktive Chirurgie.
1988 zog er nach South Carolina und wurde Professor für Augenheilkunde und Pathologie sowie Professor und Chairman am Storm Eye Institute der Medical University of South Carolina in Charleston. Er hatte den Pawek-Vallotton-Lehrstuhl für Biomedizintechnik inne und war bis 2002 Direktor des Center for Research on Ocular Therapeutics and Biodevices. Während seines Vorsitzes der Augenklinik in Charleston von 1988 bis 1996 leitete er erfolgreich die Bemühungen, 8,8 Millionen Dollar aufzubringen, um eine dreigeschossige Erweiterung und eine umfassende Renovierung des Eye Institute abzuschließen.
Charleston und die WHO
Sein Labor in Charleston (und an späteren Standorten: Salt Lake City, Sullivan’s Island und Heidelberg) wurde ein offizielles Collaborating Center des Prevention-of-Blindness-Programms der Weltgesundheitsorganisation. Sein Treffen mit dem WHO-Programmdirektor Dr. Bjorn Thylefors von der Prevent-Blindness-Abteilung war maßgeblich dafür, der WHO Informationen darüber zu liefern, welcher IOL-Typ bei der Kataraktchirurgie in Entwicklungsländern verwendet werden sollte.
Zurück nach Utah
2002 kehrte er nach Utah zurück und verlegte sein Center for Intraocular Lens Research zurück nach Salt Lake City, Utah – jene Stadt, in der er seine Laufbahn auf dem Gebiet des okulären Bioengineerings begonnen hatte.
1998 wurde er der einzige Amerikaner, der ausgewählt wurde, die European Guest Lecture beim angesehenen Oxford Ophthalmological Congress zu halten, der jährlich an der University of Oxford stattfindet. Er erhielt den Senior Honor Award der American Academy of Ophthalmology (AAO) in San Diego, Kalifornien.
Ann und David
Wer sich an eine Begegnung mit David erinnert, erinnert sich auch an seine Seelenverwandte Ann. David heiratete Ann Addlestone 1995 und wurde Stiefvater von Scott E. Kabat und Jacqueline B. Kabat.
Durch die Familie seines verstorbenen Bruders Robert hatte David einen Neffen, Lee Apple, und zwei Nichten, Raina Apple und Dione Apple.
Ende der 1990er-Jahre entwickelte er (selbst diagnostiziert – zutreffend) einen metastasierenden Krebs am Zungengrund. Zwischen 1999 und 2011 hatte er zahlreiche Lungenentzündungen und wurde häufig ins Krankenhaus eingeliefert – am schwersten mit einem Schlaganfall zwei Jahre nach dem Umzug nach Salt Lake City. In all dem war Ann ständig an seiner Seite und half ihm durch Jahre voller Schmerz und Krankheit.
In einem Nachruf schrieb I. Howard Fine MD aus Eugene, Oregon, liebevoll über seine Freunde David und Ann:
„David war ein guter Freund und ein reizender Mensch mit feinem Humor. Er hatte eine Leidenschaft für Geschichte, besonders die Geschichte der Wissenschaft, den Bürgerkrieg und die Musik. Er informierte Augenärzte gern darüber, dass Johann Sebastian Bach kurz starb, nachdem sich seine Gesundheit infolge einer verpfuschten Kataraktoperation durch einen umherziehenden Chirurgen zu verschlechtern begonnen hatte. David erinnerte uns daran, dass die ersten Kampfhandlungen des Bürgerkriegs in Charleston, seiner Heimat, mit dem Beschuss von Fort Sumter durch die Konföderierten stattfanden. Er verfügte über ein enormes Wissen und war ein großer Musikliebhaber. Während seiner Zeit in Charleston war er im Vorstand der Charleston Symphony und des Charleston Ballet und engagierte sich in der Chamber Music Charleston. Es freute ihn, dass sein Haus das Vorbild für eines der Häuser an der Catfish Row war, der Bühnenkulisse der amerikanischen Oper „Porgy and Bess”. Er reiste gern, sprach fließend Deutsch und hegte eine besondere Zuneigung zu seinen Dackeln. Seine Frau Ann war die Liebe seines Lebens und ein Liebling ihrer Freunde in aller Welt. Wenige Jahre nach ihrer Hochzeit wurde bei David eine bösartige Erkrankung diagnostiziert, die eine Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie erforderte. Ann umsorgte, stützte und pflegte ihn in den folgenden Jahren großartig, während er mit den chronischen Schmerzen und den schrecklichen Nebenwirkungen seiner Operation und seiner Krebsbehandlungen zurechtkommen musste.”
Musik und Deutschland
Neben der Augenheilkunde war Dr. Apple leidenschaftlich der klassischen Musik zugetan – er war im Vorstand der Charleston Symphony, im Vorstand des Charleston Ballet Theatre und engagierte sich in der Chamber Music Charleston. Er war Amateur-Militärhistoriker mit Schwerpunkt auf dem Zweiten Weltkrieg und dem US-Bürgerkrieg.
Gerd Auffarth, Professor für Augenheilkunde an der Universität Heidelberg, führt sein Interesse an der augenheilkundlichen Forschung auf die zwei Jahre zurück, die er in Charleston an der Medical University of South Carolina als Research Fellow in Prof. Apples Labor verbrachte.
„Davids Apple Korps, wie David seine Research Fellows gern nannte, sind heute über die ganze Welt verstreut: Leiter angesehener Augenkliniken, führende Chirurgen, Herausgeber renommierter medizinischer Fachzeitschriften und medizinische Berater der ophthalmologischen Implantatindustrie. Er lehrte uns, wie wir augenheilkundliche Forschung betreiben, stets mit Respekt vor dem Patienten und im Streben nach optimalen klinischen Ergebnissen, im Vertrauen allein auf die labortechnische und klinische Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit neuer IOLs und neuer Techniken. Er brachte uns bei, den Mut und die Innovationskraft der IOL-Pioniere zu schätzen. Wir verdanken David so viel.”
Weiterführende Literatur
Apple, David J (2006). Sir Harold Ridley and his fight for sight. Thorofare, NJ. SLACK Incorporated. ISBN 1-55642-786-7
David J Apple-Eintrag in Wikipedia.com


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