Ich freue mich sehr, dass ein Fallbericht zur IOL-Verkalkung, den wir mit Kolleginnen und Kollegen des St Thomas’ Hospital in London erstellt haben, endlich in den American Journal of Ophthalmology Case Reports veröffentlicht wurde, einem Begleittitel des renommierten American Journal of Ophthalmology.
Intraocular lens calcification in a patient with Ehlers-Danlos syndrome
Matthew J. Maguire, Donald John Munro, Patrick Merz, Alistair Laidlaw, Gerd U. Auffarth Publikation: American Journal of Ophthalmology Case Reports Verlag: Elsevier
IOL-Verkalkung
Wir betonen, dass die Verkalkung eine seltene Komplikation nach einer Kataraktoperation ist. In einigen Fällen ließ sich das Problem auf den IOL-Hersteller zurückführen; dies kann als primäre Verkalkung bezeichnet werden. Es gibt jedoch auch Fälle einer sogenannten sekundären Verkalkung. Die Linse ist korrekt hergestellt, aber etwas im Implantationseingriff oder patienteneigene Faktoren wirken als Auslöser der Verkalkung. Diese sekundäre Verkalkung beruht auf patientenseitigen Wirtsfaktoren, Veränderungen der Mikroumgebung der IOL im Auge oder wird durch den Zustand des Patienten ausgelöst – Uveitis, proliferative diabetische Retinopathie oder Folgen einer Augenoperation.
Was war diesmal anders?
Bis zu diesem seltenen Fall war eine systemische Bindegewebserkrankung nicht mit einer IOL-Trübung in Verbindung gebracht worden. Unsere Kollegen am St Thomas’ beschreiben das klinische Erscheinungsbild und die Behandlung eines jungen Patienten mit einem seltenen Subtyp des Ehlers-Danlos-Syndroms. Der Patient stellte sich 14 Jahre nach der Implantation der IOL mit einer sekundären IOL-Verkalkung vor. Die IOL wurde explantiert und an unser Labor gesandt.
Was konnten wir feststellen?

In unserem Labor beobachteten wir floretartige Läsionen auf der IOL-Oberfläche.
Wir fanden eine positive histopathologische Färbung auf Verkalkung mit Alizarinrot;

und mit der von-Kossa-Methode wiesen wir Kalziumphosphat-Ablagerungen unter der gesamten IOL-Oberfläche nach.
Unsere Schlussfolgerungen
Patienten mit systemischer Bindegewebserkrankung, etwa einem Subtyp des Ehlers-Danlos-Syndroms, können viele Jahre nach der Implantation der Linse eine sekundäre IOL-Verkalkung entwickeln. Chirurgen sollten die Wahl der IOL bei der Planung einer Kataraktoperation bei diesen Patienten sorgfältig abwägen. In diesem Fall wurde eine gute Sehschärfe erreicht, als die Chirurgen die IOL gegen ein neues Modell austauschten.
Unser Paper erscheint im September 2024 in gedruckter Form, ist aber bereits online im Open Access verfügbar über den Link des Verlags zum Artikel.
Das David J Apple Laboratory nimmt weiterhin Explantat-Linsen von Chirurgen weltweit entgegen. Hier ist der Link zum Formular für die Meldung einer IOL-Explantation.


Neues IOL-Material – xPIB