Wolfgang Haigis – der für seine Formeln bekannte Wissenschaftler. Die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation und refraktive Chirurgie (DGII) hat mitgeteilt, dass Prof. Dr. Wolfgang Haigis, der als Physiker an der Universität Würzburg tätig war, am 15. Oktober im Alter von 72 Jahren verstorben ist.
Die Haigis-Formel
Haigis war ein Pionier und eine treibende Kraft bei der Entwicklung und Verfeinerung der Biometrie – der exakten Vermessung des menschlichen Auges und seiner Brechkraft, die für die moderne Kataraktchirurgie unerlässlich ist. Bei dieser Operation – dem häufigsten Eingriff der modernen Medizin – wird die natürliche Linse des Auges entfernt und der Chirurg implantiert eine Intraokularlinse (IOL). Die Haigis-Formel (und ihre Varianten), entstanden nach Jahren intensiver optischer Forschung und mathematischer Überlegungen, wird von Augenchirurgen auf der ganzen Welt zum Wohl ihrer Patienten verwendet.
Ein sanftmütiger Mensch
Prof. Haigis war Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Publikationen und hielt über 500 Vorträge auf wissenschaftlichen Tagungen in vielen Ländern. Er war maßgeblich an der Entwicklung eines Geräts (des IOL Master von Carl Zeiss) beteiligt, das zusammen mit seiner Formel für das oft ausgezeichnete Sehen verantwortlich ist, das Patienten heute mit der passenden IOL nahezu unmittelbar nach der Operation genießen. „Hinter dem Wissenschaftler jedoch”, erinnert sich DGII-Präsident Prof. Burkhard Dick an Haigis, „verbarg sich ein unglaublich freundlicher und sanftmütiger Mensch, der für Augenärzte – und nicht nur für die Fachleute –, die Hilfe bei der Bestimmung der richtigen IOL-Stärke für ihren nächsten Patienten benötigten, stets erreichbar war. Sein viel zu früher Tod ist ein großer Verlust für die Augenheilkunde.”
Albert Schweitzer:
Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht nicht verloren.


(ARCHIV) Poster-Preisträger der Kataraktsektion in Paris 2019