Ein neuer Forschungsartikel des Apple Lab zur IOL-Trübung nach lamellärer Keratoplastik
Heidelberg, 22. August 2017. Die Forschungsgruppe des David J Apple International Laboratory for Ocular Pathology veröffentlichte heute online eine Forschungsarbeit in BMC Ophthalmology.
Hydrophilic intraocular lens opacification after posterior lamellar keratoplasty – a material analysis with special reference to optical quality assessment Bert C. Giers, Tamer Tandogan, Gerd U. Auffarth, Chul Y. Choi, Florian N. Auerbach, Saadettin Sel, Christian Mayer and Ramin Khoramnia. BMC Ophthalmology 2017 17:150
(Das obige Bild – zur Einführung in diesen Artikel – zeigt ein exemplarisches Element-Mapping mit Kalzium (grün) und Phosphor (magenta) innerhalb der Ablagerungen in IOL Nr. 5.)
Der Hintergrund
Wir führten eine Laboranalyse und eine Bewertung der optischen Qualität explantierter hydrophiler Intraokularlinsen (IOLs) mit klinisch signifikanter Trübung nach hinterer lamellärer Keratoplastik (DMEK und DSAEK) durch.
Methoden
Wir analysierten dreizehn getrübte IOLs nach hinterer lamellärer Keratoplastik, 8 nach Descemet Stripping Automated Endothelial Keratoplasty (DSAEK), 3 nach Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) und 2 nach sowohl DSAEK als auch DMEK. Zu den Analysen gehörten optische Bankprüfung zur Beurteilung der optischen Qualität, Lichtmikroskopie, Rasterelektronenmikroskopie (REM) und energiedispersive Röntgenspektroskopie (EDS).
Ergebnisse
Bei allen IOLs wurde die Trübung durch eine dünne Schicht Kalziumphosphat verursacht, die sich unter der vorderen optischen Oberfläche in dem von Pupille/vorderer Kapsulorhexis ausgesparten Bereich angesammelt hatte. Die Verkalkungen führten zu einer signifikanten Verschlechterung der Modulationsübertragungsfunktion über alle Ortsfrequenzen der betroffenen IOLs.
IOLs 1–7. Lichtmikroskopische Aufnahmen mit einer Übersicht über die IOL-Optik und stärker vergrößerten Aufnahmen mit Alizarinrot- und von-Kossa-Färbungen.

Schlussfolgerungen
Die Instillation eines exogenen Materials wie Luft oder Gas in die Vorderkammer erhöht das Risiko einer Trübung hydrophiler IOLs, unabhängig vom Hersteller oder der genauen Zusammensetzung des hydrophilen Linsenmaterials. Es wird empfohlen, bei Patienten mit Endotheldystrophie, die wahrscheinlich Eingriffe mit intrakameraler Instillation von Luft oder Gas – wie DMEK oder DS(A)EK – benötigen, auf hydrophile Acryl-IOLs zu verzichten.
Über BMC …
BMC Ophthalmology ist eine Open-Access-Zeitschrift mit Peer-Review, die Artikel zu allen Aspekten der Prävention, Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen sowie zu verwandter Molekulargenetik, Pathophysiologie und Epidemiologie berücksichtigt.


(ARCHIV) Heidelberger Helmholtz-Symposium 2016