Heidelberg, 26. September 2023. Wir haben kürzlich das Implantationsverhalten und die Injektorschäden zweier verschiedener IOL-Injektorsysteme, des Multisert und des AutonoMe, in einer prospektiven, randomisierten, vergleichenden Studie mit Laboruntersuchung bewertet. Unser Bericht erscheint heute im European Journal of Ophthalmology.
Was wir getan haben
Wir untersuchten gebrauchte Injektoren aus 48 beidseitigen Kataraktfällen. Wir werteten Videoaufzeichnungen jeder Implantation aus. Alle Augen wurden intraindividuell für die Behandlung mit einem der beiden IOL-Injektoren randomisiert. Die Implantationsvideos wurden auf unbeabsichtigte Ereignisse überprüft und die Zeit für verschiedene Implantationsschritte bestimmt. Die Injektordüsenspitzen wurden mittels Licht- und Rasterelektronenmikroskopie (REM) untersucht. Die Schäden wurden mit dem Heidelberg Score für IOL-Injektorschäden (HeiScore) bewertet. Drei Monate postoperativ wurden die IOLs auf Materialveränderungen untersucht.
Unsere Ergebnisse
Die Implantation verlief in 96 von 96 Augen ohne kritische Ereignisse. Die mittlere Implantationszeit betrug 41,90 ± 7,11 s mit dem Multisert und 52,22 ± 12,06 s mit dem AutonoMe. In der AutonoMe-Gruppe beobachteten wir 4 Augen (8,3 %) mit fehlgeschlagenem Andockversuch, 28 Augen (58,3 %) mit Haptikanhaftung, einen Fall (2,1 %) mit gerade vorlaufender Haptik und 2 Fälle (4,2 %) mit intrawundlicher IOL-Manipulation. In der Multisert-Gruppe wurden keine Ereignisse beobachtet. Die mittleren HeiScore-Werte betrugen 0,87 ± 0,61 für den AutonoMe und 3,68 ± 0,47 für den Multisert. Drei Monate postoperativ fehlten IOL-Materialveränderungen.
Fazit
Beide Injektoren ermöglichten eine sichere und kontrollierte Implantation. Mit dem Multisert stellten wir fest, dass das Implantationsverhalten konsistenter war. Die Injektoren zeigten unterschiedliche Schadensprofile mit einem höheren Schadenswert für den Multisert.
Unsere Studie ist im Deutschen Register Klinischer Studien registriert (Referenznummer: DRKS00007837). Unser Paper ist frei zugänglich und ausführlich nachzulesen unter https://doi.org/10.1177/11206721231204382


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