Altstadt Heidelberg, Donnerstag, 21. Februar 2013: Prof. Dr. med. Gerd Auffarth hielt vor einem vollen Saal in einem Gemeindehaus hier einen lebendigen Vortrag über den Mythos Albert Schweitzer, in dem er nicht nur über Schweitzer, den Menschen, sprach, sondern auch über Prof. Auffarths eigene Erinnerungen an seine herausfordernden Erfahrungen in den 1990er-Jahren, als er als junger Chirurg am Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné, Gabun, arbeitete.
Die Legende
Albert Schweitzer (1875–1965) war vielseitig begabt: Theologe, Arzt, Kirchenorganist, Philosoph, Pazifist und Philanthrop. Prof. Auffarth erzählte, wie er noch als Gymnasiast über den großen Mann gelesen hatte und fasziniert war, wie Schweitzer im Dschungel Westafrikas ein Krankenhaus errichtet und Malariapatienten und Leprakranke behandelt hatte. Schweitzer widmete dieser Arbeit sein Leben. Für seinen Beitrag zur Philosophie erhielt Schweitzer 1952 den Friedensnobelpreis. Er zog sich nicht nach Europa zurück, sondern starb im Krankenhaus im Alter von 90 Jahren und ist dort begraben.
Schweitzers Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben („Reverence for Life”) lief auf das hinaus, was er selbst schrieb: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.” In der Natur muss stets eine Lebensform von einer anderen leben. Das menschliche Bewusstsein jedoch trägt ein Wissen um und ein Mitgefühl für den Lebenswillen anderer Wesen in sich. Ein ethischer Mensch strebt danach, diesem Widerspruch so weit wie möglich zu entkommen.
Zu Schweitzers Auffassung, wie wir leben sollten, meinte Auffarth, das beste Beispiel liefere Schweitzers eigenes Leben – wie er sein Krankenhaus in Lambaréné errichtete und erhielt. „Wir erinnern uns an diese Ideale, während wir Medizin und Chirurgie ausüben und die Forschung am David Apple Laboratory in Heidelberg aufbauen und weiterentwickeln.”
Weiterführende Literatur
Albert Schweitzer-Eintrag in Wikipedia


Über einen Ozean – das Labor, das umzog